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CCP – Korsikatripp 2011-06-20
Korsika hat eine Fläche von etwa 8680 qkm, und hat dank der Lage im nördlichen Mittelmeer ein gemäßigt mediterranes Klima. Da die Insel eigentlich ein einziges Gebirge ist, kann das Wetter auf engem Raum stark schwanken. In den höheren Regionen kann bis in den Juni hinein Schnee liegen, während es an der Küste schon im Frühjahr schön warm ist. Die Amtssprachen sind Französisch und Korsisch, Ajaccio ist die Hauptstadt der Insel.
Offiziell gehört Korsika zwar zu Frankreich, doch all die zerschossenen französischsprachigen Schilder und die überall lesbaren Freiheits- und Unabhängigkeitsparolen lassen wenig Zweifel an der wirklichen Gesinnung der Korsen.
Korsika - das Gebirge im Meer, Insel der 100.000 Kurven. Namen und Beschreibungen der Insel kennen wir zur Genüge, Ende Mai packten wir (Sven und ich) die Maschinen und düsten los Richtung Mittelmeer. Natürlich auf direktem Weg, Pässe hat es auf der Insel genug und die Reifen müssen geschont werden. .
Nach ca. 6 Stunden gemütlicher Fahrt stehen wir in Savona (Italien) im Fährhafen. Im Gegensatz zum hektischen Genua finden wir es hier fast angenehm. Wir haben wieder mal die Corsica Ferries gewählt, da die uns die besten Preise gemacht haben, d.h. an diesem Datum fuhr nur diese Fähre. In der Vorsaison eine passende Fähre zum geeigneten Termin zu bekommen ist echt schwierig!
Nach 8 Stunden Fahrt während der Nacht, inkl. Stop auf offener See, sonst könnte man noch zu früh ankommen, landeten wir um 07.00h wie gewohnt in Bastia.
Das Frühstück wurde in unserem Stammkaffee zuoberst beim Cap Corse eingenommen. Dieses mal gab’s sogar selbstgemachte Orangenconfitüre – ja ja, die kulinarischen Erlebnisse werden jedes Jahr besser. Jede Kurve ist hier wie ein Ü-Ei, man weiß nie was man bekommt. Mal steht ´ne Kuh auf der Straße, mal liegen deren Tretminen auf der gedachten Ideallinie, oder Sand + Schotter sorgen für zusätzlichen Fahrspaß. Aber immer griffiger Asphalt – ausser, aber das ist eine andere Geschichte - von Bitumen keine Spur.
So düsen wir über die Insel und genießen die Eindrücke und Ausblicke, freuen uns mit jedem Kilometer schon auf die kommenden Touren. Am Abend beziehen wir dann unser Zimmer im Hotel Regina in Calvi mit Blick auf die Zitadelle und den Pool, welcher wieder ausgiebig genutzt wurde.
Nach ein paar zig-tausend Kurven erreichen wir nun Bonifacio, eine Festungsstadt spektakulär auf zerklüfteten Klippen gelegen. Einige der Häuser scheinen direkt über dem Abgrund zu schweben, am Horizont ist ganz deutlich die italienische Insel Sardinien zu sehen. Zum Glück sind wir nicht mit einem Auto hier (Käti 4ever), deshalb rauschen wir auch direkt in die Oberstadt und machen in den kleinen und engen Gassen der Altstadt innerhalb der Zitadellenmauern wie gewohnt geniale Fotos .-). Eine wirklich sehenswerte Stadt, auch wenn sie fest in den Händen des Tourismus ist. Die Stadt hat eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich, das merkt man auch ohne Studium von Geschichtsbüchern. Denn die alte Zitadelle überragt und dominiert wirklich alles, auch die Einfahrt des sehr schönen Naturhafens ist überall mit alten Verteidigungsanlagen gespickt. Am Ende dieses Hafens, der sich zwischen den hoch aufragenden Kalkfelsen versteckt, hat man dann noch ein paar schöne Blicke auf die Oberstadt und die Festungsanlagen.
Wir können nur eine Nacht in Bonifacio nächtigen, da alle zahlbaren Hotels tatsächlich für die kommenden Tage ausgebucht sind. Also heisst es am nächsten Morgen wieder packen und wir fuhren die N198 nach Porto Vecchio hoch. Das Hotel Shegara kommt bei mir leider nicht mehr in Frage, da meine Abneigung gegen Bettwanzen noch immer nicht abgenommen hat. Vor allem da ich weiss, dass mich die kleinen Biester zum fressen gern haben! Auf der anderen Buchtseite von Porto Vercchio finden wir das Hotel Syracuse. Einfache Zimmer, dafür mit einem super Pool und einen hoteleigenen Strand. Auch das Morgenbuffet konnte sich sehen lassen.
Die Strecke zum Col de Bavella ist jetzt mit einem neuen Belag versehen. Da lässt es sich wundervoll powercruisen. Auf halber Passhöhe haben wir eine sehr schöne Aussicht auf den vor uns liegenden Küstenstreifen mit der Bucht von Porto-Vecchio. Oben am Col de Bavella bieten das zerfurchte Felsmassive und die beeindruckenden, windschiefen und knorrigen Laricio-Kiefern ein beeindruckendes Szenario.
Leider geht so eine Woche auf Kosika einfach zu schnell vorbei. Um den Bericht ein wenig abzukürzen, wir fuhren N198 nach Corte hoch, dabei stellten wir wieder mal fest, wie schön die Insel auch im Landesinnern ist. Corte (korsisch Corti) ist die einzige bedeutende Stadt und Unterpräfektur des gleichnamigen Arrondissements im Inneren der französischen Insel Korsika am Zusammenfluss von Restonica und Tavignano. Durch den korsischen Staatsmann Pascal Paoli war Corte von 1755 bis 1769 die Hauptstadt der Insel.
Die Mauren gründeten die Stadt, und die Kämpfe des Mittelalters sowie die Kriege um die Unabhängigkeit haben ihre Spuren in dieser Hochburg der Geschichte hinterlassen. Heute ist Corte mit seiner malerischen Altstadt ein touristischer Höhepunkt auf der Insel und hat besonders im oberen Teil seinen strengen und ernsten, teilweise sogar feindlichen Charakter erhalten, mit seinen engen, steilen Gässchen zwischen den schiefergedeckten Häusern. Dort wurde ich sogar als KTM-Rider Fotomodell gebucht.
Noch zu empfehlen ist ein Abstecher ins Restonica-Tal. Das Tal bei Corte, im Herzen des Parc Naturel régional de Corse, ist wohl die berühmteste Wandergebiet der Insel. Graue Bergwände, strahlend weiße, runde Findlinge, breite, glatte Felsplatten, und dazwischen immer wieder wuchtige korsische Schwarzkiefern, sattgrüne Büsche und Sträucher machen das tiefe Tal zum abwechslungsreichen Erlebnis. Selbst bei großer Sommerhitze weht immer eine erfrischende Brise und ganz Mutige können in dem eiskalten und glasklaren Wasser des Restonica-Flusses ein Bad nehmen.
Bekannt und beliebt ist das Restonica-Tal aber vor allem für seine Bergseen: Der Lac de Melo und der etwas höher gelegene Capitello-See. Beide Seen sind nur zu Fuß zu erreichen.
Am Ende der gut ausgebauten Talstraße, die sich in zahlreichen Kurven durch die Gorges de la Restonica schlängelt, befindet sich die Bergerie Grotello und ein großer Parkplatz. Von hier aus geht es unübersehbar bergauf. Nach etwa eineinhalb Stunden Aufstieg durch Macchia-Büsche, über Felsplatten und Schneefelder und an Felswänden entlang erreicht man den prächtigen, kreisrunden, glasklaren Lac de Melo. Der ehemalige Gletschersee liegt in einem Talkessel, eingerahmt von sattgrünen Sumpfwiesen auf der einen und steilen, schneebedeckten Felswänden auf der anderen Seite. Nach Norden hat man einen atemberaubenden Blick zurück in das Restonica-Tal.
Vom Lac de Melo führt Wanderweg weiter zu dem 2230 Meter hoch gelegenen Lac Capitello. Der Gletschersee ist mit seinen 40 Metern der tiefste der Insel und liegt so hoch, dass er im Durchschnitt acht Monate im Jahr zugefroren ist. Vielleicht gelingt es uns mal, ohne Mopeds die Gegend zu durchstreifen.
So – nach Corte gings hoch über Saint Florent nach Bastia auf die Fähre und flugs waren wir schon bei schönstem Wetter wieder zu Hause.
Sven + Stevie
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